Vom Azubi zum Chef binnen elf Jahren

31-Jähriger bildet seit 1. Oktober zusammen mit Andreas Langemeyer den Vorstand

Seit nicht mal einer Woche hat er den Posten als Vorstand inne, die Volksbank Emstek kennt Thorsten Kaiser trotzdem wie seine eigene Westentasche. Er ist ein klassisches Eigengewächs des Kreditinstitutes.

 

Für die Volksbank Emstek hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Seit dem 01. Oktober bilden Andreas Langemeyer und Thorsten Kaiser den Vorstand. Langemeyers langjähriger Führungspartner Egon Bregen wurde Ende September feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Jetzt sitzt ein neuer Kapitän im Boot. Ein ungeschriebenes Karrieregesetz lautet: Willst du aufsteigen, dann wechsle alle paar Jahre das Unternehmen. Thorsten Kaiser hat es gebrochen – und nun den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Der gebürtige Cloppenburger übernimmt den frei gewordenen Vorstandsposten bei der Volksbank Emstek, elf Jahre nachdem er seine Ausbildung in genau dieser Bank begann und fortan immer weiter aufstieg.

 

Kaiser gehört mit 31 Jahren wohl zu den jüngsten Kandidaten, die einen Vorstandsposten bekleiden, mangelnde Erfahrungen kann man ihm aber nicht vorwerfen. Er kennt den Betrieb in- und auswendig, ist top ausgebildet. Seine Laufbahn startete der Betriebs- und Fachwirt 2007 mit einem berufsbegleitenden Studium bei der Volksbank Emstek. Bedeutet: „Die Vorlesungen sind samstags, damit die Studenten weiterhin ihrer Arbeit in der Bank nachgehen können“, erklärt Kaiser. Eine zeitintensive Ausbildung, die wenig Freizeit zulässt. „Vor allem, wenn man, so wie ich, noch jeden Sonntag auf dem Fußballplatz steht“, sagt er und lacht.

 

2010, direkt nach seiner Ausbildung, arbeitete der 31- Jährige als Privatkundenberater in der Filiale Höltinghausen. Nur ein kurzer Zwischenstopp. Nach eineinhalb Jahren ging es zurück nach Emstek in die Firmen- und Kreditabteilung, „im Mai 2005 übernahm ich dort den Posten als Abteilungsleiter und erhielt in 2016 die Prokura“. Parallel folgten in der Zeit berufsbegleitende Qualifikationsmaßnahmen an der Akademie Deutscher Genossenschaften in Montabaur. „2016 hatte ich dann den Abschluss als diplomierter Bankbetriebswirt in der Tasche."

 

Die Bank zu wechseln und sich einen neuen Job zu suchen, kam für Kaiser nie infrage. „Warum auch, ich habe mich hier immer wohlgefühlt. Die Volksbank Emstek gibt jungen Leuten die Chance , sich permanent weiterzubilden“ betont der Fußballer, der seit einem Jahr wegen einer Verletzung nicht mehr aktiv spielen kann - und ergänzt: „Die Kollegen haben mich immer gefördert und unterstützt“. Ihm sei immer viel Vertrauen entgegengebracht worden.

 

„Ich hatte Glück, dass immer die passende Positionen frei wurden“

 

Dass der Posten deutlich mehr Verantwortung mit sich bringt, verunsichert Kaiser nicht. „Ich durfte schon früh Erfahrungen in der Privat- sowie Firmenkundenberatung sammeln, und fühle mich gut gerüstet. Außerdem habe ich mit Andreas Langemeyer als erfahrenes Vorstandsmitglied einen guten Partner an meiner Seite“. Dass er die Karriereleiter so steil aufgestiegen ist, sieht Kaiser ganz bescheiden: „ich wurde fortlaufend von der Volksbank Emstek unterstützt und hatte einfach Glück, dass immer die passenden Positionen frei wurden, ob als Abteilungsleiter oder jetzt als Vorstand.“

 

© Sandra Hoff / Münsterländische Tageszeitung / vom 05.10.2018